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Ort Felgueiras, Portugal
Produktionsvolumen ca. 350 Paar/Tag
Fabrikgröße 30 Mitarbeiter_innen
Lohn Über dem empfohlenen Mindestlohn der Regierung für die Branche
Industriedurchschnittslohn ca. € 740 € bis € 1.500



AVESU VOR ORT // NAE

VON ANFANG AN DABEI UND DABEI IMMER EINEN SCHRITT VORAUS

EIN BESUCH BEI NAE IN PORTUGAL

Das portugiesische Label NAE (»No Animal Explotitaion”) war von Anfang an mit dabei. Bereits seit 2008 bietet NAE vegane Schuhe, und war somit auch eine der ersten Brands, die ihren Weg zu AVESU fanden. Inzwischen ist NAE mit einer riesigen Auswahl von nahezu 90 Produkten, die neben Schuhen auch vegane Rucksäcke, Portemonnaies, und Gürtel umfasst, fester Bestandteil des Sortiments von AVESU.

Die Modelle orientieren sich an aktuellen Modetrends und bleiben dabei stets alltagstauglich. »Veganismus sollte nicht deinen Stil bestimmen, ganz im Gegenteil!« sagt Paula Pérez, und spricht damit das Ziel ihrer Brand aus: Veganismus soll nicht einschränken, was wir tragen können, sondern uns stattdessen modisch inspirieren. Um diesem Anspruch gerecht zu werden bietet NAE nahezu alles, von klassischen Pumps, über Sneaker, bis zu heavy-duty Combat Boots. Auch das erklärt den Erfolg des brand-eignen Stores in Lissabon, der sich seit der Eröffnung 2019 auch außerhalb der veganen Community großer Beliebtheit erfreut.

Seit vielen Jahren treffen sich avesu Co-Founder Thomas Reichel und NAE-Gründerpaar Paula und Alex Pérez regelmäßig, ob auf der Fashion Week im veganen Food-Mekka und AVESU Heimatstadt Berlin, oder zu einer entspannteren Runde im vergleichsweise gemächlichen Portugal. Gesprochen wird über neue Modelle, Modetrends, vegane Innovationen und geplante Kooperationen. Im Frühjahr 2016 nutze Thomas seinen Besuch um einen Einblick in eine von NAE‘s Produktionsstätten zu gewinnen.

Etwa 40 Kilometer von der Hauptstadt Porto entfernt befindet sich die Fabrik, die bis zu 350 Paar Schuhe täglich herstellt, und seit vielen Jahren mit NAE zusammenarbeitet. Auf etwa 500 Quadratmetern arbeiten 30 Mitarbeiter_innen an Schuhen für NAE und andere Marken. Nach wie vor befindet sich Portugal im Europäischen Vergleich nicht gerade in bester wirtschaftlicher Lage. Das Einkommen ist gering, ebenso die Wirtschaftskraft, die Arbeitslosenzahl hoch. Der Durchschnittslohn im Land liegt bei etwa 1.150 € monatlich (tradingeconmoics.com), der von der Regierung empfohlene Mindestlohn bei 700 € monatlich. Ein Angestellter in der Produktion verdient im Regelfall zwischen 740 € und 1.500 €, je nach Arbeitserfahrung, Dauer der Betriebszugehörigkeit und Position. Damit liegt Portugal nur knapp über den Balkan-Staaten und der ehemaligen UDSSR. Was nicht gerade einladend für Arbeitnehmer_innen klingt ist dagegen meist attraktiv für Unternehmen. Immerhin, billige Löhne direkt hier in Europa. Dennoch scheinen es nicht maßgeblich die niedrigen Kosten zu sein, die Unternehmen hierher ziehen, sondern vielmehr die Tradition der Schuhindustrie in diesem westlichsten der Europäischen Staaten.

Besonders junge Brands aus Europa schätzen die Expertise der ansässigen Industrie, die Qualität, kurze Transportwege, und geringe Kosten bietet, und dabei trotzdem Arbeitsstandards nach EU-Richtlinien erfüllt. In NAE's Partnerfabrik sieht Rui Riberio diese Theorie als bewiesen an. Die Fabrik bezahlt ihren Angestellten mehr als die meisten Konkurrenten, und die Treue seiner Kund_innen zeigt, dass diese gern mehr zu bezahlen scheinen, für Qualität und für gute Gehälter.

Unter diesem Gesichtspunkt hat sich auch NAE für Rui's Fabrik entschieden. Aber nicht nur Fairness ist ein Faktor. Als eine der ersten Fabriken in Portugal werden hier Autoteile recycelt und zu neuen Materialien verarbeitet, die wiederum für die Schuhproduktion genutzt werden können. Ebenso recycelt die Fabrik die Verschnitte aus der eigenen Produktion und fertigt daraus wieder neue Materialen für unterschiedlichste Anwendungen. Mit der Ausnahme des Ananasfasermaterials Piñatex®, das aus den Philippinen importiert, kommen alle Materialien aus Europa. Für eine umweltfreundliche Brand wie NAE ein absoluter Pluspunkt.

Qualität und Integrität stehen für NAE-Grüner Alex Pérez und Rui Riberio gleichermaßen an erster Stelle. »Prinzipiell können wir jeden Schuh vegan herstellen.«, sagt Rui. Trotzdem garantiert er seinen Kunden wie NAE, für die er momentan 10 Modelle herstellt, dass jedes Design der Brand vorbehalten bleibt. »Wir bieten unseren Kund_innen Qualität und Einzigartigkeit. Wir möchten nicht, dass sie untereinander in Konkurrenz treten müssen, und das schätzen sie.«

Die Produktion der Schuhe selbst findet teilweise maschinell und in Handarbeit statt. Schnittdesign, Materialauswahl, Produktion der Einzelteile und schließliches Verkleben oder Vernähen – alle Schritte werden gewissenhaft ausgeführt und auf Qualität geprüft. Vieles ist und bleibt Handarbeit, und die Mitarbeiter_innen sind sichtlich stolz auf ihre Expertise und die Tradition ihrer Profession, für die diese Region weltweit bekannt ist.

»Veganismus ist ein großes Thema geworden.«, erzählt Rui. Momentan arbeitet er an einer Dokumentation, die angehenden Schneider_innen, Schnittmacherinnen und Designstudent_innen die Vorteile veganer Materialen näher bringen soll. »Leder hat einfach viel Tradition in der Branche und ist verhältnismäßig einfach in der Verarbeitung, deshalb wird oft dazu gegriffen und gar nicht hinterfragt, was es für Alternativen gibt. Wir haben so viele Möglichkeiten, und vegane Materialien haben viele Vorteile, auch für uns Hersteller.«

Rui Riberio

Die neuste Errungenschaft von Rui ist ein veganes Mikrofasermaterial, das biologisch komplett abbaubar ist. Und das ist wirklich keine Kleinigkeit. Denn es ist immer noch extrem schwierig einen Schuh einfach zu recyceln, geschweige denn biologisch abbaubar zu machen, allein wegen der verschiedenen Komponenten aus unterschiedlichen Materialien; Obermaterial, Sohlen, Einlegesohlen, Lining und Padding, hinzu kommen Ösen und Schnürsenkel. Besonders Schuhsohlen müssen aus einem Materiel sein, dass extremen mechanischen Einwirkungen und Umwelteinflüssen standhalten muss. Allein für ein korrektes Recycling müsste ein Schuh also mindestens in seine Einzelteile zerlegt werden. Und ökologische Abbaubarkeit? Bisher ist kaum ein Obermaterial überhaupt biologisch abbaubar. Selbst natürliche Materialien wie Kork oder Piñatex® müssen im Regelfall beschichtet werden, um Umwelteinflüssen stand zu halten. Ein komplett abbaubares Material, was zudem die hohen Ansprüche an ein Obermaterial erfüllt, wäre also ein riesiger Schritt in der Entwicklung nachhaltiger Schuhe. (Erfahre mehr über vegane Materialien).

Ebenso wie Rui's Fabrik arbeitet NAE auch in eigener Sache an innovativen Materialen. Als eine der ersten Marken arbeitete NAE intensiv mit Piñatex®, einem Stoff aus Ananasfaser. Was das Material neben seiner einzigartigen Optik und Haptik so besonders macht, ist, dass es aus den Abfällen des Ananasanbaus hergestellt wird. Die Ananasblätter, aus denen die Faser gewonnen wird, wurden bisher einfach verbrannt. Piñatex® führt diesem Abfallprodukt eine neue Funktion zu, spart somit Ressourcen, und bietet den Anansbauern ein zusätzliches, beständigeres Einkommen neben der saisonalen Ananasernte. Überschüssiges Material wird als Biobrennstoff und natürliches Düngemittel verwendet. »Piñatex® ist für uns eine große Sache. Kaum ein anderes Material passt zu unserer Marke wie die Faust aufs Auge«, sagt Alex Pérez.

Piñatex®-Herstellung © ANANAS ANAM LTD

Piñatex® in der Verabeitung

Ebenso gut auf‘s Auge passt die Zusammenarbeit von NAE und AVESU. 2018 entschieden Thomas und Alex AVESU‘s Einblick in die Kundennachfrage und NAE‘s Expertise in der Schuhherstellung zu vereinen. So entstanden die Exklusivmodelle Justin und Jessica, zwei klassische Derbys mit portugiesischer Eleganz. »Natürlich möchten Brands sich gerne mit einzigartigen Designs positionieren. Dabei verlieren sie leicht aus den Augen, was Kund_innen am meisten suchen,« sagt Jan-Christian Göttsche, Buyer und Sales Manager bei avesu, »Klassische Schuhmodelle, die sie kennen und mögen, aber eben in vegan. Das versuchen wir mit unseren Exklusivmodellen zu bieten.« Im Herbst 2019 kam deshalb auch der Etna Black Avesu Edition hinzu, eine Adaption des beliebten nordamerikanischen Arbeitsstiefels, für AVESU in schwarz und mit einem wärmenden Futter für den Winter nördlich des milden Portugals.

AVESU X NAE Edition Schuhe © AVESU

NAE geht immer einen Schritt weiter, wo es geht. Die Beliebtheit der Marke und deren Zugriff auf verschiedene lokale Schuhfabriken ermöglichte es Alex und Paula immer neue Innovationen in ihre Kollektionen einzubinden. Dabei entstanden beispielsweise Schuhe aus alten Airbags. 2019 startete die Brand ihre RE-MOVE Linie, mit zwei Sneaker-Modellen aus einem Obermaterial aus Plastikmüll aus dem Meer. »Wenn man sich die Verschmutzung der Ozeane anschaut verliert man leicht den Mut.«, so Paula. »Deshalb haben wir versucht unseren Blickwinkel zu verschieben und den Müll als Ressource zu sehen. Ein bereits vorhandenes Material wieder dem Kreislauf hinzuführen zu können ist ein großer Gewinn, und in diesem Fall auch eine Notwendigkeit für unser aller Zukunft.«

RE-MOVE Sneaker Nilo

Mit dieser Einstellung arbeiten Paula und Alex und das Team von NAE täglich. Das Label legt den Fokus auf Zugänglichkeit und stellt sich der Fragen ihrer Kundschaft. »Noch nie hatten wir als Konsument_innen so viele Möglichkeiten Hersteller, Produzenten und Brands zu hinterfragen und unsere Bedürfnisse zu kommunizieren. Und noch nie haben sich so viele Marken der Herausforderung gestellt, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Wir möchten eine dieser Marken sein.«

NAE-Gründerpaar Paula und Alex Pérez © NAE



© avesu 2020

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